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Die Imkerschule liegt zentral in 23795 Bad Segeberg in der Hamburger Straße 109.

Fortbildungen und Schulungen bieten wir in unseren eigenen Räumen an.

Auf unserem 2014 errichtetem Lehrbienenstand können wir praxisnahe Schulungen anbieten.

An unseren AktivTagen bieten wir einen Einblick in die Imkerei, sowie einen Blick hinter die Kulissen.

Unser Bienenlehrpfad ist jederzeit öffentlich zugänglich und liefert Informationen über Honigbienen und Wildbienen.

Wichtigen Dialog mit Bundesministerin Julia Klöckner fortgesetzt

Wachtberg, 24.06.2021: Heute Nachmittag hatte der Deutsche Imkerbund e.V. (D.I.B.) die Gelegenheit, sich in einer halbstündigen Videokonferenz mit Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner auszutauschen. Am Gespräch nahmen von D.I.B.-Seite Präsident Torsten Ellmann, Vizepräsident Stefan Spiegl sowie Geschäftsführer Olaf Lück teil. Insbesondere ging es um den aktuellen Sachstand und die Positionen beider Seiten zu verschiedenen Themenbereichen wie:

  • Neue molekularbiologische Techniken (NMT)

Der Druck, NMT in Europa/Deutschland vom Gentechnikrecht zu trennen, nimmt von Seiten der Wirtschaft und Wissenschaft deutlich zu. Für die Imkerei stellen sich daher bezüglich der Bienengesundheit, der Deklaration der Bienenprodukte und des Verbraucherschutzes viele Fragen. Ministerin Klöckner erklärte zur aktuellen Position des BMEL, dass das Ministerium die Ende April von der EU-Kommission vorgelegte Studie zu NMT begrüße und damit die überfällige Modernisierung des europäischen Rechtsrahmens angestoßen sei. Auf europäischer Ebene müsse man gemeinsam Regelungen schaffen, die mit wissenschaftlichen Erkenntnissen Schritt halte, eine differenzierte Risikobewertung ermögliche und eine am Vorsorgeprinzip orientierte Nutzung dieser Techniken in Europa gestatte.

Präsident Ellmann sagte, man stehe von Seiten der Imkerschaft den NMT nicht grundsätzlich ablehnend gegenüber, jedoch brauche man eine Folgeabschätzung, was die Bienengesundheit und -haltung sowie die Sicherheit der Bienenprodukte betreffe.

  • Änderung der Kennzeichnungsverordnung von Mischhonigen

Der D.I.B. setzt sich auf europäischer Ebene im Sinne der Verbraucherinformation seit langem für eine klare Herkunftskennzeichnung von Import- und Mischhonigen ein. Die Ministerin sagte dazu, dass sie dies unterstütze. Sie habe während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft in 2020 die Kommission beauftragt, eine Änderung der Honigrichtlinie im Sinne der Herkunftsdeklaration zu prüfen.

Enttäuschend ist, dass bis heute keine konkreten Ergebnisse vorliegen. Torsten Ellmann warnte vor einer weiteren Aufweichung der Honigrichtlinie, bei der die hohen, deutschen Standards verlorengehen könnten. „Wir wollen Qualität und Nachhaltigkeit“, so der Präsident.

  • Novellierung der Bienenseuchen-Verordnung

Aktuell erarbeitet eine vom D.I.B. einberufene Arbeitsgruppe Vorschläge, um fachlich an der nationalen Umsetzung der Durchführungsverordnung (EU) 2018/1882 mitzuwirken. Die Ministerin begrüßte dies ausdrücklich und sicherte eine angemessene Beteiligung zu.

Präsident Ellmann betonte, dass das Ergebnis für Imker vor allem praktikabel bleiben muss.

  • Aufstellverbot von Honigbienen zum Schutz von Wildbienen

Derzeit steigt die Zahl der Aufstellverbote für Bienenvölker in Naturschutzgebieten, auch in Bundesforsten, mit der Begründung, dass diese dort eine Nahrungskonkurrenz für bedrohte Wildbienenarten darstellten. Hier forderte der D.I.B., auch im Sinne der Berufsimkerkollegen, eine Sensibilisierung für das Thema und die Unterstützung des Ministeriums.

Ellmann sagte: „Aufstellverbote dürfen zu keinem flächendeckenden Problem werden und die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben. Monitoring-Ergebnisse könnten eine gute Grundlage für fachgerechte Entscheidungen bieten.“

  • Honorierung von Umweltleistungen der Bienenhaltung

Die Bienenhaltung fördert den Artenerhalt, die Biodiversität und leistet einen Beitrag zum Klimaschutz. Bienen seien vom Ministerium als systemrelevant erkannt und Imkerei eine Gemeinwohlleistung, argumentierte Ellmann. Derzeit sehe man trotz alledem keine Ansätze einer Förderung der Bestäubungsleistung staatlicherseits, so die Ministerin. Vielmehr sei es wichtig, bestäuberfreundliche Agrarlandschaften zu schaffen, was im Rahmen der neuen GAP hoffentlich verstärkt gelingen werde.

  • Förderung insektenschonender Applikationstechniken

Zur Frage des D.I.B., warum die insektenschonende Dropleg-Technik nur bei Neuanschaffung und nicht bei Nachrüstung gefördert werde, sagte die Ministerin, dass dies dem geringen Anwendungszeitraum und der geringen Anwendungsmöglichkeit bei nur einer Kulturpflanze (Raps) geschuldet sei. Der D.I.B. sieht jedoch besonders in der Nachrüstung von Geräten Chancen zur Risikominimierung und Erzeugung rückstandsfreier Produkte, unterstrich Torsten Ellmann nochmals die D.I.B-Forderung.

  • Tierschutz in der Bienenhaltung

Hierzu hinterfragte der D.I.B. Bestrebungen, rechtliche Vorgaben für den Transport und Versand von Bienenvölkern sowie Zuchtmaterial zu erarbeiten und bot seine fachliche Expertise zur Meinungsbildung an. Ellmann sagte, im Rahmen der Bienengesunderhaltung sei eine klare Differenzierung zwischen Bienentransporten und dem Versand von Zuchtmaterial notwendig. Letzterer müsse auch weiter möglich sein, damit der Zuchtfortschritt nicht begrenzt werde.

Nicht alle Themenfelder, die den D.I.B. aktuell beschäftigen, konnten aufgrund des Zeitrahmens diskutiert werden. Trotzdem sahen beide Seiten das Gespräch als konstruktive Fortführung des Dialoges zwischen Imkerschaft und Ministerium. Die Ministerin begrüßte insbesondere den wissenschaftlichen Austausch, den der D.I.B. pflege. Mit den zuständigen Fachreferaten werden die verschiedenen Themenfelder nun vertieft und weitere Fragestellungen diskutiert.